Gelungenes Peter-und-Paul-Fest trotz hochsommerlicher Temperaturen

Pünktlich um 12 Uhr eröffneten am vergangenen Samstag die Böllerschüsse der Artillerie in Eckum das Peter-und-Paul-Fest der St. Sebastianus Bruderschaft Rommerskirchen von 1425 e.V.

Im Anschluss zog die Artillerie 1927 Rommerskirchen gemeinsam mit musikalischer Begleitung durch das Tambourcorps Heimattreue 1929 Eckum durch die Ortsteile Gill, Vanikum, Sinsteden und Rommerskirchen.

Nach dem Empfang der Gastvereine begaben sich am frühen Abend die Schützen zur feierlichen Festmesse in die Pfarrkirche St. Peter. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Männergesangverein 1921 Vanikum sowie dem Männerchor „Cäcilia Haldengruß“ Allrath gestaltet. Im Rahmen der Messe segnete Pfarrer Christoph Reck ein Fahnenband, das vom scheidenden Königspaar des 600-jährigen Jubiläums, Michael und Sabrina Geller, gestiftet wurde.

Anschließend begann der feierliche Höhepunkt des Tages. Brudermeister Markus Geller überreichte die Königskette sowie den Königsstock der Bruderschaft an König Dirk Kauffmann. Königin Katja Kauffmann erhielt das Diadem sowie die Königinnenkette. Gemeinsam wurden beide unter großem Applaus auf ihre Regentschaft als Königspaar der Bruderschaft eingestimmt. Jungschützenkönig Jan Luis Klütsch erhielt die Jungschützenkönigskette. Mit der feierlichen Übergabe der Würdezeichen in der Pfarrkirche war der Grundstein für die anschließende Proklamation im Festzelt gelegt.

Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen wurde der Ablauf kurzfristig angepasst. Entgegen der ursprünglichen Planung fand die Proklamation schließlich doch im Festzelt statt, da sich die Hitze inzwischen auch in der Kirche deutlich bemerkbar machte. Brudermeister Markus Geller nahm dort die feierliche Proklamation des Königspaares Dirk und Katja Kauffmann sowie des Jungschützenkönigs Jan Luis Klütsch vor. Die anwesenden Gäste begleiteten den feierlichen Moment mit großem Applaus. Beim anschließenden Krönungsball wurden die Majestäten mit zahlreichen Geschenken bedacht. Für die musikalische Unterhaltung sorgte DJ Benny Brüggen, sodass bis tief in die Nacht ausgelassen getanzt und gefeiert wurde.

 

Auch am Sonntag machte die große Hitze einige Änderungen im Programm erforderlich. Die Toten- und Gefallenenehrung fand am Denkmal des Bombenangriffs vom 1. März 1945 unmittelbar an der Pfarrkirche St. Peter statt. In seiner Ansprache erinnerte Bürgermeister Martin Mertens daran, dass die St. Sebastianus-Bruderschaft Rommerskirchen die Geschichte der Gemeinde seit mehr als 600 Jahren begleitet und in dieser langen Zeit zahlreiche Krisen, Kriege und gesellschaftliche Umbrüche – vom Dreißigjährigen Krieg über die napoleonische Zeit bis hin zu den beiden Weltkriegen – erlebt hat. Das Totengedenken sei dabei nicht nur ein Blick zurück, sondern zugleich ein Auftrag für die Gegenwart, Frieden, Freiheit und Demokratie zu bewahren. Besonders die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und die Verbrechen des Nationalsozialismus mahnten dazu, jeder Form von Menschenfeindlichkeit, Hass und Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten. Zugleich hob er die große Bedeutung der Versöhnung mit den französischen und belgischen Freunden hervor. Dass heute gemeinsam gefeiert, gelacht und langjährige Freundschaften gepflegt werden können, sei ein großes Geschenk und keineswegs selbstverständlich. Europa, so Mertens, sei vor allem ein Friedensprojekt. Angesichts der aktuellen Kriege und Konflikte gelte es, sich immer wieder bewusst zu machen, wie zerbrechlich Frieden ist und wie wichtig es ist, ihn jeden Tag aufs Neue zu schützen.

Im Anschluss marschierten die Schützen zur traditionellen Parade an der Pfarrkirche St. Peter auf. Danach begeisterte das gemischte Tambourcorps die Besucher mit mehreren musikalischen Darbietungen.

Beim anschließenden Frühschoppen wurden langjährige Mitglieder geehrt. Für seine 40-jährige Mitgliedschaft nahm Markus Scheele seine Auszeichnung persönlich entgegen. Die beiden weiteren Jubilare Theo Küppenbender und Hans Gottfried Hambloch konnten leider nicht teilnehmen. Ebenso verhindert war Peter Küx, der für seine außergewöhnliche 75-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde.

Um 13 Uhr begrüßte die Bruderschaft die KG Rut-Wieß Rommerskirchen im Festzelt. Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen verzichteten die Tanzgarden in diesem Jahr auf ihre geplanten Darbietungen. Der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch – die Abordnung der KG wurde von den Anwesenden herzlich empfangen und trug mit ihrem Besuch zum gelungenen Festverlauf bei.

Im Hintergrund liefen da schon die Schießwettbewerbe. Mit insgesamt 27 Teilnehmern war die Resonanz erneut hervorragend. Am neu gestalteten Schützenvogel, der im vergangenen Jahr erstmals zum Einsatz kam, wurde zunächst das Fenderschießen ausgetragen. Als Trophäe sicherte sich Niko Küpper mit dem 39. Schuss das Zepter, Mario Bonte mit dem 28. Schuss den Reichsapfel, Alexander Drossart mit dem 74. Schuss den Schweif sowie Alessio Menia mit dem 63. Schuss die Krone.

Anschließend stand das Jungschützenkönigsschießen auf dem Programm. Vier Bewerber traten an, um die Nachfolge von Jan Luis Klütsch anzutreten. Mit dem entscheidenden 61. Schuss setzte sich Simon Schneider gegen Alexander Drossart, Niklas Drötboom und Marian Hermanns durch und errang die Würde des neuen Jungschützenkönigs.

Den Höhepunkt der Schießwettbewerbe bildete traditionell das Königsschießen. Um die Königswürde bewarben sich Marcus Kirschbaum, Michael Kirschbaum und Markus Geller. Bis zum Schluss entwickelte sich ein spannender Wettkampf. Nach dem entscheidenden 53. Schuss kam es aufgrund einer Windböe noch zu kurzen Beratungen der Schießleitung. Anschließend stand fest, dass Markus Geller den letztlich entscheidenden Schuss auf den Vogel abgegeben hatte und damit neuer Schützenkönig der St. Sebastianus Bruderschaft Rommerskirchen wurde.

Mit einem gelungenen Festwochenende, das trotz der hochsommerlichen Temperaturen von einem hervorragenden Miteinander, vielen Begegnungen und bester Stimmung geprägt war, blickt die St. Sebastianus Bruderschaft Rommerskirchen auf ein rundum erfolgreiches Peter-und-Paul-Fest zurück.

Ein herzlicher Dank gilt allen Helferinnen und Helfern, den Musikerinnen und Musikern, den Gastvereinen, den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern sowie allen, die zum Gelingen dieses traditionellen Festes beigetragen haben. Gemeinsam wurde einmal mehr deutlich, dass das Schützenbrauchtum in Rommerskirchen lebendig ist und von einer starken Gemeinschaft getragen wird.

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